Rechtliches zu Monowheels

Wenn man in Asiens Großstädten unterwegs ist, so fällt einem direkt etwas auf. Besonders in Peking und Shanghai, lassen sich die Monowheels auch kaum übersehen. Hier gibt es ausgesprochen viele Menschen, welche diese regelmäßig nutzen. In Deutschland hingegen, sind Monowheels kaum ausfindig zu machen. Am Durchschnittseinkommen der Bürger, wird das allerdings wohl kaum liegen. Zwar sind Monowheels etwas teuer, allerdings wesentlich günstiger als andere motorisierte Fahrzeuge. Es muss also einen anderen Grund geben, weswegen diese so selten genutzt werden. Diesen gibt es tatsächlich. Es ist nämlich nicht so, als hätten die Deutschen keine Lust darauf, gelegentlich mit dem Monowheel rumzufahren. Der Grund ist, dass diese speziellen rechtlichen Bestimmungen unterliegen. Diese schränken einen bei der Nutzung stark ein, weswegen viele gänzlich auf ein Monowheel verzichten. Tatsächlich gelten die Fahrzeuge gar als gefährlich und sind keineswegs gerne gesehen, zumindest nicht von der Polizei.

Probleme mit den allgemeinen verkehrsrechtlichen Bestimmungen

Tatsächlich gibt es noch keinerlei Gesetze, welche sich direkt mit Monowheels befassen. Dennoch sind diese nicht erlaubt, weil sie den allgemeinen verkehrsrechtlichen Bestimmungen nicht entsprechen. Das heißt, dass diese nicht auf öffentlichen Straßen benutzt werden dürfen. Dazu zählen neben Fahrbahnen und Parkplätzen, auch Rad- und Gehwege. Prinzipiell können Sie davon ausgehen, dass Sie das Gefährt nicht in der Öffentlichkeit nutzen dürfen.

An dieser Stelle stellt sich natürlich die Frage, weswegen Monowheels überhaupt in diese rechtlichen Bestimmungen fallen. Diese Frage lässt sich übrigens sehr einfach beantworten. Prinzipiell ist jedes Fahrzeug, welches mehr als 6 km/h Geschwindigkeit aufweist, von den allgemeinen verkehrsrechtlichen Bestimmungen betroffen. Bei jedem Monowheel, dass Sie im Handel vorfinden werden, wird diese Geschwindigkeit überschritten.

Das ist leider mit einem großen Problem verbunden Gesetzlich gesehen, müssten Monowheels nämlich über einige Bestandteile verfügen, um in der Öffentlichkeit zugelassen zu sein. Neben Bremsen und Beleuchtung, zählen hierzu auch ein Spiegel, Lenker und ein Sitz. Nichts hiervon, wird von einem Monowheel geboten. Deswegen ist das Fahren auf öffentlichen Straßen nicht erlaubt und wird als Ordnungswidrigkeit geahndet. In der Regel muss man dabei mit einer Geldbuße von 70€ und einem Punkt in der Flensburger Kartei rechnen. Gerade letzterer, ist natürlich überaus frustrierend. Es kann allerdings noch wesentlich schlimmer kommen. Besonders dann, wenn man mit dem Monowheel einen Unfall verursachen sollte. Auch das Fahren ohne Führerschein, kann mitunter problematisch werden.

Aber es gibt doch gar keinen Führerschein für Monowheels?

Das ist richtig. Prinzipiell gibt es keinen Führerschein, welcher das Fahren von einrädrigen Kraftfahrzeugen regelt. Dennoch kann es zu Problemen kommen, wenn man keinen gültigen Führerschein mit sich trägt. Auch wenn das sehr absurd klingt, sollte man sich unbedingt hieran halten. Ansonsten kann das Fahren des Monowheels, im schlimmsten Fall als Straftat gewertet werden. Was für eine Fahrererlaubnis aber letztendlich nötig wäre, ist bisher nicht geklärt. Dennoch wäre es durchaus ratsam, stets einen Führerschein dabeizuhaben. Zumindest dann, wenn man auf öffentlichen Straßen unterwegs ist. Da dort das Fahren eines Monowheels aber ohnehin nicht erlaubt ist, sollte man hiervon absehen.

Muss ein Monowheel versichert werden?

Auch hier gibt es keine eindeutige Regelung. Theoretisch müssen Monowheels versichert werden, da diese den allgemeinen verkehrsrechtlichen Bestimmungen entsprechen. Das Blöde daran ist, dass das leider überhaupt nicht möglich ist. Es gibt nämlich keine Versicherung, welche diese Leistung anbietet. Das heißt, dass man automatisch gegen das Pflichtversicherungsgesetz verstößt. Wenngleich das natürlich überaus frustrierend ist, so kann man generell nichts hiergegen machen. Zudem ist es fraglich, inwieweit andere Versicherungsleistungen bei Monowheels anfallen. Beispielsweise dann, wenn man einen Unfall begehen sollte oder Privateigentum beschädigt.

Was wir von diesen Regelungen halten

Wir persönlich, können diese Bestimmungen absolut nicht nachvollziehen. Denn wir sind vollkommen der Ansicht, dass diese Fahrzeuge keine größere Gefahr darstellen. Vor allem dann nicht, wenn man sie beispielsweise auf Rad- oder Gehwegen benützt. Klar benötigen die Fahrzeuge, dass man eine gewisse Balance hält, allerdings muss auch das Auto- und Fahrradfahren erst gelernt sein. Zudem zeigen viele andere Länder, dass von Monowheels keine größere Gefahr ausgeht. Das bestätigt sich auch darin, dass man nichts von Unfällen mit Monowheels hört. Diese bieten zwar einen enormen Fahrspaß, können allerdings als weitgehend ungefährlich eingestuft werden. Zwar können diese eine Geschwindigkeit von      20 km/h erreichen, allerdings ist das bei einem Fahrrad oder Pedelec nicht anders. An dieser Stelle wäre es nicht richtig zu sagen, dass von Fahrrädern eine geringere Gefahr für die Allgemeinheit ausgeht. Sollten Sie von einem Fahrrad mit 20 km/h angefahren werden, wird das höchstwahrscheinlich schlimmere Folgen haben, als ein Zusammenstoß mit einem Monowheel. Daher können wir die derzeitige Gesetzeslage keineswegs gutheißen. Darum haben wir auch eine Petition in Gang gesetzt, um Monowheels von der Versicherungs- und Führerscheinpflicht zu befreien. Wenn Sie ebenfalls unsere Ansichten teilen, würden wir uns ausgesprochen freuen, wenn Sie uns hierbei unterstützen würden.

Wo Monowheels gefahren werden dürfen

Auch wenn die rechtliche Lage durchaus ärgerlich ist, so muss man dennoch nicht auf Monowheels verzichten. Die Bestimmungen gelten nämlich nur für den öffentlichen Raum. Das heißt also, dass Sie auf Privatgelände hiermit durchaus fahren dürfen. So können Sie sich zumindest im hauseigenen Garten oder auf dem Grundstück, falls dieses vorhanden sein sollte, nach Lust und Laune austoben. Wie schnell Sie dabei unterwegs sind, spielt absolut keine Rolle.

Was tun kann, um Monowheels im öffentlichen Raum zu nutzen

Tatsächlich gibt es auch eine Möglichkeit, welche theoretisch das Fahren auf öffentlichen Straßen ermöglicht. Hierfür muss man allerdings einen kleinen Eingriff vornehmen, bevor das Fahrzeug genutzt werden darf. Mit einer Drosselung auf 6 km/h, fällt das Monowheel nicht mehr unter die allgemeinen verkehrsrechtlichen Bestimmungen. In diesem Fall dürfen Sie es nutzen und sich damit fortbewegen. Rechtlich gesehen, müssen Sie keinerlei Bedenken haben. Wie eine solche Drosselung durchzuführen ist und was diese für Kosten mit sich bringt, ist wiederum eine andere Frage.

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4 Comments
  1. Reply
    Peter Müdder 21. November 2017 at 23:51

    Ich bin 66 und fahre seit 2 Jahren Monowheel. Als Versicherungskaufmann weiß ich natürlich um die unsägliche Rechtslage. Es sollte sich eine Interessengemeinschaft für diese zukunftsweisende Fortbewegung gründen.
    Mein Tip: Eine private Haftpflicht Versicherung in Österreich abschließen. DIese gilt Weltweit und schließt Elektrofahrzeuge bis 25 Kmh ein. Fahren auf dem Gehweg ist in Österreich nicht erlaubt. Gegen die deutsche StVO verstößt man auf jeden Fall aber es würde der Gerichtsbarkeit schwer fallen, einen Verstoß gegen die Versicherungspflicht nachzuweisen.
    Ich fahre weiter Monowheel.. Übrigens war die höchste Strafe meines Wissens €1200,00 , dafür könnte man in Deutschland schon fast einen kleinen Raubüberfall mit Körperverletzung riskieren. Immer daran denken: Auf hoher See und vor Gericht sind wir alle in Gottes Hand

    • Reply
      mcinnocent 20. Mai 2018 at 09:32

      Hallo Peter, das mit der österreichischen Privathaftpflichtversicherung ist eine interessante Idee! Hast du einen Tip bei welcher Gesellschaft ich als Deutscher das machen kann?

  2. Reply
    Peter 12. Januar 2018 at 13:57

    Ziemlich unsinniges Gesetz. Aber mal wieder typisch Deutsche Bürokratie. Sonst machen wir doch den Amis auch alles nach, warum können wir nicht mal positive Eigenschaften der USA übernehmen wie ‘Kostenloses Wasser in Restaurants’ oder ‘Weniger Regelungen für KFZ’.

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